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Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, Lösungsbeispiele für Planer und Berater, 1/2014; 3. überarbeitete Auflage

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Inhalt

Einleitung

Barrierefreiheit ist nicht erst seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention ein wichtiges Thema und nicht nur für Menschen mit Behinderungen. Seit der Ratifizierung der UN-Konvention besteht aber jetzt eine gesetzliche Verpflichtung zur Umsetzung der Barrierefreiheit. Barrieren dürfen der Inklusion in Zukunft nicht mehr im Wege stehen. Das Ziel ist hier, nicht mehr nach Barrierefreiheit fragen zu müssen, sondern Aktivitäten und Vorhaben genauso planen und durchführen zu können wie Alle dies tun. Viele Akteure haben längst mit der Umsetzung von Barrierefreiheit begonnen, aber die Realität zeigt, dass der Weg zu einer barrierefreien Umwelt noch lang ist. Insofern sind wir in einer Phase, in der Stück für Stück Barrieren abgebaut werden, aber eben auch noch Barrieren existieren. Was bedeutet dies für uns auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft?

Insbesondere auf Reisen oder bei Wochenendaktivitäten, also immer dann, wenn sich Menschen mit Behinderungen aus ihrer gewohnten und bekannten Umgebung herausbewegen, werden Barrieren zu einem großen Problem. Wie lässt sich z.B. eine Städtereise planen und organisieren, wenn die örtlichen Gegebenheiten am Ausflugs- oder Urlaubsort unbekannt sind? Ist der städtische Veranstaltungssaal mit einer Induktionsschleife für schwerhörige Menschen ausgestattet? Welche Cafés bzw. Restaurants sind ebenerdig, über eine Rampe oder mittels einer Hubplattform zugänglich? Ist das Freibad am Ort so gestaltet, dass sich auch blinde oder sehbehinderte Menschen selbständig zurechtfinden können? Ist das Bürgerbüro barrierefrei erreichbar? Entspricht das Hotel den jeweiligen individuellen Anforderungen?

Die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort sind so unterschiedlich wie die Menschen, die öffentlich zugängliche Einrichtungen nutzen wollen. Es ist also immer eine individuelle Frage, ob eine bestimmte Person vor Ort zurechtkommt oder eben nicht. Es gibt bereits verschiedene Quellen, um sich über den Stand der Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Einrichtungen zu informieren. Allerdings sind die vorhandenen Informationen weder einheitlich noch flächendeckend.

Genau hier setzt das Projekt "Bestandaufnahme NRW" an. Es sollen verlässliche Daten zur Barrierefreiheit öffentlich zugänglicher Einrichtungen in NRW nach landesweit einheitlichem Standard erhoben und über ein barrierefreies Internetportal zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, aufgrund der veröffentlichten Informationen selbst entscheiden zu können, ob eine bestimmte Einrichtung entsprechend der individuellen Bedarfslage nutzbar ist oder nicht.

Unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW (MAIS), in Zusammenarbeit mit der Behinderten-Selbsthilfe NRW und der Agentur Barrierefrei NRW, ist es gelungen, sich auf Kriterien zu verständigen, die einer solchen Bestandsaufnahme zugrunde gelegt werden sollen. Im Sinne der UN-Konvention haben Experten in eigener Sache auf der Grundlage ihrer langjährigen Erfahrung die Kriterien ganz wesentlich mit entwickelt. Die nachfolgenden Kriterienkataloge wurden in der vom MAIS einberufenen gemeinsamen Arbeitsgruppe "Zugänglichkeit und Barrierefreiheit" abgestimmt. Die Kriterien basieren auf den Vorgaben des bisherigen Signets "NRW ohne Barrieren", gehen aber deutlich darüber hinaus.

Aus der Nutzerperspektive wurden die Kriterien in vier Kategorien unterteilt: Anforderungen an die Barrierefreiheit für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, für Menschen mit einer Hörschädigung, für Menschen mit einer Sehschädigung und für Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Nur durch die getrennte Erarbeitung der Kriterien konnte sichergestellt werden, dass wichtige Merkmale nicht verloren gehen. Es handelt sich bei den Kriterienkatalogen um reine Auflistungen der Kriterien, die zu betrachten sind.

An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass die intensive und gute Zusammenarbeit der Mitglieder in der Arbeitsgruppe "Zugänglichkeit und Barrierefreiheit" und weiterer Experten in themenspezifischen Untergruppen, zu einer Einigung auf diese Kriterien geführt hat. Der Dank gilt allen beteiligten Experten, die zu diesem gemeinsamen Ergebnis beigetragen haben. Die Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Praxis werden nun gesammelt und zu einer späteren Überarbeitung und Ergänzung der Kriterien führen. Es ist geplant, die Kataloge nach Aufbau, Begrifflichkeiten, Abfragemodus etc. zu harmonisieren und zu einem Gesamtkatalog zusammenzufügen.

Darüber hinaus soll das "Signet NRW" weiter entwickelt werden. Es wurde stets die Frage mitgedacht, wie die erhobenen Informationen zu einer Auszeichnung führen können. Dieser Schritt steht noch bevor. Die Tendenz ist aber bereits jetzt klar: Es sollen nur Gebäude mit einem sehr hohen Standard an Barrierefreiheit ausgezeichnet werden. Die Gefahr, dass es sich nur um wenige "Leuchttürme" handeln könnte, darf nicht zu Lasten des Standards eines auszuzeichnenden Gebäudes gehen.

Auf der Grundlage der Kriterienkataloge dieser Broschüre sollen schrittweise Erhebungsbögen entwickelt werden, die eine einheitliche Datenerfassung ermöglichen. Nach dieser Entwicklungsphase, die wieder in Zusammenarbeit mit Experten in eigener Sache durchgeführt wird, werden in 2012 interessierte Freiwillige für die Datenerhebung geschult und bei der Durchführung begleitet. Auf diese Weise werden schrittweise Daten aus ganz NRW zusammengetragen, aufbereitet und zur Nutzung veröffentlicht.

Dies ist ein Schritt auf dem Weg zu einer barrierefreien, inklusiven Gesellschaft in NRW. Aber indem viele gemeinsam und gezielt einen Schritt nach dem anderen tun, bewegen wir uns auf das gemeinsame Ziel zu. Alle sind eingeladen, mitzumachen und mitzuhelfen. So kann Inklusion gelingen.

Prof. Dr. Christian Bühler
Agentur Barrierefrei NRW
Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB)

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Letzte Aktualisierung am 28.11.12