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KI für eine diskriminierungsfreie Sprache

Kann eine KI Autorinnen und Autoren dabei unterstützen, Texte inklusiv und diskriminierungsfrei zu formulieren?

Sichtweise-gefesselt-selbstbestimmt

Eine inklusive und diskriminierungsfreie Sprache ist wichtig, weil Sprache unser Denken, unser Handeln und unser Zusammenleben prägt. Sie ist nicht nur ein Mittel zur Beschreibung der Wirklichkeit, sondern trägt aktiv dazu bei, wie Menschen wahrgenommen und behandelt werden. Eine inklusive Sprache ist ein wichtiger Baustein für Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit.

Für viele Menschen ist es nicht ganz einfach, inklusive und diskriminierungsfreie Texte zu formulieren, da der Umgang mit entsprechenden Sprachformen noch ungewohnt ist. Es fehlen dabei oft das nötige Bewusstsein, die Erfahrung oder lediglich die entsprechende Übung.

Wie kann eine KI dabei helfen, Autoren und Autorinnen dabei zu unterstützen, Texte inklusiv zu formulieren? Um diese Frage zu beantworten, haben wir beispielhaft einen GPT (auf Deutsch etwa: generativer vortrainierter Transformer) erstellt und getestet. Der GPT wurde mithilfe der GPT-Funktion von ChatGPT erstellt und über einen Link zur Nutzung bereitgestellt.

Ausführliche Hinweise

Entwicklung eines GPTs

Der GPT wurde gezielt entwickelt, um Autorinnen und Autoren beim Formulieren inklusiver und diskriminierungsfreier Texte zu unterstützen. Der GPT analysiert einen vorgegebenen Text und erstellt zunächst einen Vorschlag für eine möglichst inklusive und diskriminierungsfreie Überarbeitung. Ergänzend dazu wird eine Übersicht aller vorgeschlagenen Änderungen erstellt, wobei jede Anpassung verständlich erläutert wird. Dabei erklärt die KI, welche Textstellen aus welchem Grund und auf welche Weise geändert wurden. Ziel dieser Erläuterungen ist es, den Nutzenden die Hintergründe der Änderungen verständlich zu machen und sie beim Erlernen einer inklusiven und diskriminierungsfreien Sprache zu unterstützen.

Anwendung des GPT

Unter dem Reiter „Beispiele“ wird anhand von zwei Zeitungsartikeln, die Arbeitsweise und die Ergebnisse des GPTs demonstriert.

GPT - Inklusive Sprache für Autorinnen und Autoren

Wichtiger Hinweis: Dieser GPT dient der Erprobung und Veranschaulichung, wie KI bei der Formulierung inklusiver und diskriminierungsfreier Texte unterstützen kann. Er stellt eine unterstützende Hilfestellung dar, ersetzt jedoch keine fachliche oder redaktionelle Prüfung. Die ausgegebenen Texte und Hinweise sind als Orientierung zu verstehen und erfolgen ohne Gewähr.

Icon für den GPT

Sie können den GPT gerne selbst ausprobieren, wir haben ihn per Link zur Nutzung freigegeben:
zum GPT „Inklusive Sprache für Autorinnen und Autoren“

Wir freuen uns über Rückmeldungen, Hinweise und Anregungen zum GPT. Diese können Sie gerne per E-Mail an uns senden.

Anwendung eines GPT für eine diskriminierungsfreie Sprache

Skizze, die die Arbeitsweise des hier vorgestellten GPTs veranschaulicht

Im Folgenden finden Sie zwei Ausschnitte aus Zeitungsberichten, die wir vom GPT „Inklusive Sprache für Autorinnen und Autoren“ bearbeitet haben lassen.

Beispiel 1

Original-Text:Dass er überhaupt 76 Jahre alt werden konnte, kann man als ein medizinisches Wunder ansehen. Denn die muskellähmende Krankheit ALS, unter der Hawking litt, führt in den meisten Fällen in wenigen Jahren zum Tode. Doch es ist nicht nur ein Wunder, dass er sie jahrzehntelang überlebte, sondern auch, dass er mit ihr und durch sie die Kraft fand, zu einem der bekanntesten Wissenschaftler der Erde zu werden.“ (Frankfurter Rundschau 05.01.2019)

Verbesserungsvorschlag der KI:Dass Stephen Hawking 76 Jahre alt wurde, ist vor dem Hintergrund seiner ALS-Diagnose ungewöhnlich. Die neurodegenerative Erkrankung verläuft häufig schneller und verkürzt in vielen Fällen die Lebenserwartung. Hawking lebte jedoch mehrere Jahrzehnte mit ALS und war in dieser Zeit wissenschaftlich aktiv. Er wurde zu einem der bekanntesten Physiker weltweit.“

Erläuterungen zu den Änderungen:

  • Formulierungen wie „medizinisches Wunder“, „überlebte“ und „fand die Kraft“ wurden vermieden, da sie Hawking implizit heroisieren und seine Behinderung dramatisieren.
  • Die Aussage „mit ihr und durch sie“ wurde gestrichen, weil sie die Behinderung als Ursache seines Erfolgs verklärt. Seine wissenschaftlichen Leistungen stehen für sich.
  • Die Krankheit wird sachlich benannt, ohne Mitleids- oder Ausnahme-Narrative.
Beispiel 2

Original-Text: „Die Bahnradsportlerin Kristina Vogel muss nach einem schweren Unfall mit ihrem harten Schicksal kämpfen. Jetzt spricht sie in einer bewegenden Pressekonferenz zum ersten Mal in der Öffentlichkeit über ihr neues Leben. Ihr tragisches Schicksal kann man kaum fassen. Die erfolgreiche Bahnradsportlerin Kristina Vogel (27) raste mit Tempo 60 gegen einen anderen Fahrer. Das war am 27. Juni 2018. Was danach passierte, ist nur schwer zu verdauen. Kristina lag im Koma und bekam dann die schockierende Diagnose: Querschnittslähmung. Für die junge Sportlerin eine Hiobsbotschaft. Nachdem sie sich für einige Zeit zurückgezogen hatte, richtet sie sich nun in einer berührenden Pressekonferenz an die Öffentlichkeit und spricht über die vergangenen Monate.“ (Bunte.de, 12.09.2018)

Verbesserungsvorschlag der KI: „Die Bahnradsportlerin Kristina Vogel spricht nach einem schweren Unfall erstmals öffentlich über ihr Leben nach der Verletzung. In einer Pressekonferenz schildert sie ihre Situation und die vergangenen Monate. Am 27. Juni 2018 kam es bei einem Trainingsunfall zu einer Kollision mit hoher Geschwindigkeit. Infolge des Unfalls war Kristina Vogel zeitweise im Koma. Später erhielt sie die Diagnose einer Querschnittslähmung. Nach einer Phase des Rückzugs wendet sie sich nun wieder an die Öffentlichkeit und berichtet in der Pressekonferenz über ihre Erfahrungen und ihren aktuellen Lebensalltag.“

Erläuterungen zu den Änderungen:

  • Begriffe wie „hartes/tragisches Schicksal“, „Hiobsbotschaft“, „schockierend“, „bewegend“ wurden entfernt, da sie eine Mitleids- oder Dramaperspektive erzeugen.
  • Die Formulierung „muss … kämpfen“ wurde ersetzt, um keine implizite Erwartung von Leid oder „Bewältigungsheldentum“ zu transportieren.
  • Der Fokus liegt auf der Tatsache des Unfalls und auf Vogels eigener Entscheidung, öffentlich zu sprechen – nicht auf emotionaler Überhöhung.
  • Die Sprache bleibt sachlich und respektvoll und stellt Kristina Vogel als handelnde Person dar, nicht als Objekt eines „Schicksals“.

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