Privatsphäre-Einstellungen öffnen
Braille-Tastatur

IT & Dokumente

Barrierefreie Videos

Von Untertiteln über Audiodeskription bis hin zu den technischen Anforderungen

Bildschirm mit barrierefreiem Video auf einer Webseite

Videos sind aus modernen Webseiten nicht mehr wegzudenken: Sie erklären komplexe Inhalte, vermitteln Informationen anschaulich und sprechen Nutzerinnen und Nutzer emotional an. Damit Videos diese Rolle für alle Menschen erfüllen können, müssen sie jedoch barrierefrei gestaltet sein. Nur so ist sichergestellt, dass auch Menschen mit Hör-, Seh- oder körperlichen Einschränkungen gleichberechtigten Zugang zu den enthaltenen Informationen haben.

Die Anforderungen an barrierefreie Videos ergeben sich aus der Norm EN 301 549, unter Heranziehung der WCAG 2.1 als fachliche Grundlage. Für öffentliche Stellen werden diese Anforderungen in Deutschland durch die BITV 2.0 geregelt und mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gelten die Vorgaben auch für viele private Anbieter digitaler Inhalte.

Ausführliche Hinweise

Tonspur und Untertitel
Untertitel als gesprochener Text

Videos mit Ton benötigen Untertitel, damit gehörlose und schwerhörige Menschen die Inhalte erfassen können. Dabei ist wichtig, dass die Untertitel synchron, vollständig und verständlich sind. Sie müssen nicht nur gesprochene Sprache wiedergeben, sondern auch wichtige Geräusche, etwa Musik, Lachen oder Geräusche mit inhaltlicher Bedeutung.

Man unterscheidet zwischen Open Captions, die fest ins Video eingebrannt sind und Closed Captions, die ein- und ausgeschaltet werden können. Closed Captions sind in der Regel vorzuziehen, da sie mehr Flexibilität bieten und besser mit assistiven Technologien zusammenarbeiten.

Visuelle Inhalte und Audiodeskription
Schaltfläche mit Symbol für Audiodeskription

Alle wesentlichen visuellen Informationen müssen auch für blinde oder sehbehinderte Menschen zugänglich sein. Dafür benötigt es entweder eine Audiodeskription, die wichtige visuelle Inhalte (z. B. Handlungen, Texte im Bild, Grafiken) beschreibt oder das Video ist so gestaltet, dass es auch ohne Bild verständlich ist, etwa durch eine entsprechend formulierte Tonspur.

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom Inhalt und vom Informationsgehalt des Videos ab.

Steuerung und Bedienbarkeit des Videos
Player mit Tastaturfokus auf dem Button für die Untertitel

Der Videoplayer selbst muss ebenfalls barrierefrei sein. Dazu gehört:

  • Kein Autostart: Videos dürfen nicht automatisch starten, da dies insbesondere für Screenreader-Nutzende problematisch ist.
  • Kontraste: Schaltflächen müssen deutlich erkennbar sein.
  • Tastaturbedienbarkeit: Alle Funktionen müssen ohne Maus erreichbar sein.
  • Sichtbarer Tastatur-Fokus: Das jeweils aktive Bedienelement muss klar erkennbar sein.
  • Beschriftungen (Labels): Schaltflächen wie „Play“, „Pause“ müssen so beschriftet sein, dass sie für assistive Technologien zugänglich sind.
Umsetzungshilfe
App-Icon Video-Check

Mit der Selbstcheck-App Video-Check überprüfen Sie, ob Ihre Videos so gestaltet und eingebunden sind, dass sie von Menschen mit verschiedenen Arten von Behinderungen ohne Einschränkungen genutzt werden können. Die Video-Check-App führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Kriterien und hilft Ihnen, Schwachstellen aufzudecken. Sie können die HTML5-App auf einem PC oder einem mobilen Gerät verwenden, sie erfordert keine Installation. Wenn Sie die App häufiger nutzen, können Sie die App aber auch gerne installieren.

Fazit

Barrierefreie Videos erfordern etwas Planung, sind aber mit überschaubarem Aufwand umsetzbar. Untertitel, Alternativen für visuelle Inhalte und eine barrierefreie Bedienung sind zentrale Bausteine. Wer diese Aspekte berücksichtigt, stellt sicher, dass Videos nicht ausschließen, sondern möglichst vielen Menschen den Zugang zu Informationen ermöglichen.

Barrierefreie Videos in der Mediathek der ARD

Barrierefreiheit ist ein zentraler Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Mit dem Angebot barrierefreier Videos in der ARD-Mediathek setzt die ARD ein Zeichen für Teilhabe und Inklusion. Untertitel, Audiodeskriptionen und weitere barrierefreie Formate ermöglichen es möglichst vielen Menschen, Inhalte selbstbestimmt zu nutzen – unabhängig von individuellen Einschränkungen. So leistet die ARD einen Beitrag dazu, Information, Bildung und Unterhaltung für alle zugänglich zu machen.

Zur Sammlung der barrierefreien Beiträge in der Mediathek

Mediathek des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit

Gesundheitsinformationen sollen für alle Menschen verständlich und zugänglich sein. Die Mediathek des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit bietet deshalb barrierefreie Videos, die unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Untertitel, Audiodeskriptionen und weitere Angebote unterstützen eine selbstbestimmte Nutzung und fördern gleichberechtigte Teilhabe. So trägt das Bundesinstitut dazu bei, Wissen rund um Gesundheit transparent, inklusiv und für möglichst viele Menschen verfügbar zu machen.

Zur Mediathek des Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit

Weiterführende Links

Ansprechperson IT & Dokumente

Zur Kontaktseite