Bericht vom DVfR-Hilfsmittelausschuss in Berlin
Zu aktuellen Problemen bei der Prothesenversorgung hatte ein Vertreter des Bundesverbands für Menschen mit Arm- oder Beinamputation e.V. (BMAM) ein Diskussionspapier vorgelegt. Darin wird festgestellt, dass es angesichts einer rasanten technologischen Entwicklung immer schwieriger wird, eine angemessene Gebrauchsschulung bzw. Gangschulung sicherzustellen. Insbesondere bei den Therapieberufen ist das technische Know-how im Umgang mit den Hightech-Prothesen nicht immer ausreichend, um die Hilfsmittel den Alltagsbedürfnissen der Klientinnen und Klienten anzupassen. Dadurch bleibt ein Großteil des Potenzials ungenutzt und Teilhabebedarfe von Menschen im Bereich Mobilität und Alltagskompetenzen bleiben unberücksichtigt. Der BMAM bringt daher auch die Idee eines multiprofessionellen Schulungsmoduls für therapeutische und technische Fachkräfte in den Diskussionsprozess ein. Weitere Verbesserungsvorschläge betreffen u.a. die verbindliche Prüfung des Versorgungsergebnisses und Anpassungen im Bereich der Heil- und Hilfsmittelrichtlinien, die bei Bedarf auch ein dauerhaftes Mobilitätstraining sicherstellen. Auch klinische Hinweise auf vermehrte traumatologische Amputationen, bei gleichzeitig neu entwickelten Versorgungsmaßnahmen im Bereich der Operationen und Prothetik belegen einen Handlungsbedarf bei Rehabilitationsangeboten, Nachsorge und Case Management. Angesichts dieser Problemlagen möchte der Ausschuss, in 2026 eine Stellungnahme mit Reformvorschlägen zu erarbeiten.
Die Ausschussmitwirkenden hatten einen intensiven und anregenden Austausch zu Neuigkeiten aus den jeweiligen Arbeitsbereichen. Der Hilfsmittelausschuss trifft sich zu seiner nächsten Sitzung online am 20.08.2026 wieder.
Die Deutsche Vereinigung für die Rehabilitation (DVfR) bietet in ihren Arbeitsgruppen und Gremien ein interdisziplinäres, multiprofessionelles und offenes Forum für alle Verbände und Organisationen, die im Bereich Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen aktiv sind. Die Agentur Barrierefrei NRW begleitet die Arbeit des Hilfsmittelausschusses bereits seit 2010.