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Abbildung der Broschüre Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden
Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, Lösungsbeispiele für Planer und Berater, 1/2014; 3. überarbeitete Auflage

Projekt:

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PIKSL - Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben

Inhalt

Einleitung und rechtliche Grundlagen

Ältere Frau mit Gehstock und Einkaufstrolley geht den Gehsteilg entlang, Aufnahme von hinten
Eine barrierefreie Umwelt ist eine Voraussetzung dafür,
dass ältere Menschen länger mobil sein können

Öffentliche Gebäude ohne Barrieren, das sind Gebäude für alle Menschen. Ein stufenloser Gebäudeeingang beispielsweise nützt Eltern mit Kinderwagen und Personen im Rollstuhl oder mit einem Rollator gleichermaßen. Und gut lesbare Hinweisschilder sind nicht nur für Menschen mit Sehbehinderungen hilfreich, sie erleichtern auch allen anderen Besucherinnen und Besuchern eines öffentlichen Gebäudes die Orientierung. Dass es sich bei solchen Maßnahmen nicht um isolierte Maßnahmen für behinderte Menschen handelt, sondern dass Barrierefreiheit mehr Komfort für alle bedeutet - diese Erkenntnis hat in den letzten Jahren an Verbreitung gewonnen. Jeder kann vorübergehend auf eine barrierefreie Gestaltung angewiesen sein, wenn er zum Beispiel mit schwerem Gepäck, Gipsbein oder ohne Lesebrille unterwegs ist. Eine barrierefreie Gestaltung berücksichtigt die Bedürfnisse aller Menschen mit Einschränkungen aufgrund von Krankheit, Unfall, Alter oder angeborener Behinderung. Dementsprechend fordert die Zielsetzung eines Designs für Alle eine universelle Zugänglichkeit für und Nutzbarkeit durch alle Menschen.

Barrierefreiheit ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil einer vorausschauenden Planung. Als Folge der demografischen Entwicklung wird der Anteil der Menschen mit altersbedingten Einschränkungen in der nahen Zukunft deutlich zunehmen. Im Jahre 2008 war jeder fünfte Einwohner Nordrhein-Westfalens zwischen 60 und 80 Jahre alt, 2025 wird es jeder vierte Einwohner sein. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine barrierefreie Umwelt immer mehr an Bedeutung. Das Behindertengleichstellungsgesetz (als Bundesgesetz in Kraft getreten am 1. Mai 2002) und das Behindertengleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalen (in Kraft getreten am 1. Jan. 2004) verpflichten insbesondere Bund, Länder und Kommunen zur barrierefreien Gestaltung, wenn bauliche Anlagen errichtet oder geändert werden.
Das betrifft neben den baulichen und sonstigen Anlagen auch andere gestaltete Lebensbereiche, insbesondere die Verkehrsinfrastruktur, Beförderungsmittel im Personennahverkehr, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung wie das Internet, akustische und visuelle Informationsquellen sowie Kommunikationseinrichtungen.

Ältere Frau geht mit dem Rollator einen Weg vor einer Wohnanlage entlang
Ein barrierefreies Wohnumfeld gewinnt angesichts der
demograischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung

Die gestaltete Umwelt sollte für alle Menschen barrierefrei auffindbar, zugänglich und nutzbar sein. Mit dieser Forderung des Behindertengleichstellungsgesetzes NRW (BGG NRW) wird das Ziel verfolgt, allen Menschen die gleichen Chancen auf eine selbst bestimmte Lebensführung einzuräumen. Eine wesentliche Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ist eine barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes und der öffentlichen Gebäude. Laut BGG NRW ist Barrierefreiheit dann gegeben, wenn eine Nutzung für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen möglich ist - grundsätzlich ohne fremde Hilfe und in der allgemein üblichen Art und Weise.

Wird ein Gebäude neu errichtet oder geändert, ist die Landesbauordnung zu beachten. Die Barrierefreiheit von öffentlich zugänglichen Gebäuden wird in U 55 der Bauordnung NRW geregelt. Die Vorschrift bezweckt, dass in öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen in den Teilen, die einem allgemeinen Besucherverkehr dienen, Menschen mit Behinderungen, alte Menschen und Personen mit Kleinkindern gegenüber den sonstigen Besucherinnen und Besuchern nicht benachteiligt werden. Es kommt darauf an, dass die genannten Personen die baulichen Anlagen und Einrichtungen barrierefrei erreichen und ohne fremde Hilfe zweckentsprechend nutzen können.

Eine Tafel mit Erläuterungen in Schwarz- und in Punktschrift
Wichtige Informationen müssen bei allen Menschen
ankommen, auch bei Menschen mit Sinnesbehinderungen

Im Oktober 2010 ist der erste Teil der DIN 18040 erschienen. Teil 1 enthält die wesentlichen Vorschriften für die Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden und ersetzt die bisher gültige DIN 18024 Teil 2. Damit gelten ganz neue Bestimmungen hinsichtlich der Barrierefreiheit, denn erstmals wurden umfassende Anforderungen an die sensorische Wahrnehmung (Sehen, Hören, Tasten) berücksichtigt. Die flexibleren Vorgaben der neuen Norm bieten außerdem die Möglichkeit, individuell zugeschnittene Lösungen für eine spezielle Gebäudesituation zu finden. Die vorliegende Broschüre berücksichtigt die Inhalte der neuen DIN 18040 Teil 1. Neben Vorkehrungen für Menschen mit Einschränkungen der Mobilität werden auch Lösungen aufgezeigt, wie Barrierefreiheit für Menschen mit Sinnesbehinderungen nach der neuen Richtlinie umgesetzt werden kann.

Eine junge Frau schiebt einen Kinderwagen über eine nicht abgesenkte Bordsteinkante
Barrierefreiheit nützt vielen Menschen, zum Beispiel
Eltern mit Kinderwagen

Die Broschüre wendet sich an Verantwortliche in den Kommunen, Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen sowie Planer und Architekten und bietet Hilfen bei der praktischen Umsetzung von Barrierefreiheit. Die Veröffentlichung von guten Lösungsbeispielen verfolgt das Ziel, die neuen Aspekte der Barrierefreiheit zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Planung von öffentlichen Gebäuden zu machen. Die Erfahrung zeigt, dass nur durch eine umfassende, frühzeitige Berücksichtigung der Anforderungen aufwändige Umplanungen und kostspielige Umbaumaßnahmen vermieden werden können. Um nicht an den Bedürfnissen der späteren Nutzerinnen und Nutzer vorbei zu planen, sollten die geplanten Maßnahmen außerdem frühzeitig mit den Interessenvertretungen von Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderungen abgestimmt werden.

Unterstützung bei der Umsetzung der Vorschriften und Richtlinien bietet die Agentur Barrierefrei NRW für Vertreterinnen und Vertreter der Behinderten-Selbsthilfe und der Kommunen. Die Agentur informiert bei baufachlichen Fragen und koordiniert Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Informationen z. B. über Arbeitsmaterialien, Schulungen und Workshops finden Sie unter: www.ab-nrw.de

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Letzte Aktualisierung am 07.08.14